Die Buddhismus Stiftung Diamantweg hatte im Mai 2007 mit dem Gut Hochreute am Großen Alpsee ein 49 Hektar großes Gelände erworben, auf dem seit Januar 2008 das „Europe Center" entsteht: ein Internationales Begegnungszentrum für Buddhisten aus aller Welt. Gleichzeitig ermöglicht das Gelände die Durchführung des Buddhistischen Sommerkurses des BDD, der seit 1992 die größte jährliche buddhistische Veranstaltung in Deutschland darstellt. Ziel der Buddhismus Stiftung ist die weltweite Bewahrung und Förderung des so genannten Laienbuddhismus, der die buddhistische Meditationspraxis mit dem Familien- und Berufsleben verbindet.
Mit dem 17. Karmapa Thaye Dorje, dem Oberhaupt der Karma Kagyü Tradition des tibetischen Buddhismus, sowie Sherab Gyaltsen Rinpoche, einem der bedeutendsten Lehrer Nepals und Lama Ole Nydahl, dem bekanntesten westlichen buddhistischen Lehrer des Buddhismus, führten hochrangige und profilierte buddhistische Persönlichkeiten die Besucher durch das fast 14-tägige Veranstaltungsprogramm.
Gleichzeitig reagierte das Europe Center auf das große Interesse der regionalen Bevölkerung mit einer Einladung zu einem öffentlichen Einführungsvortrag in den Buddhismus, dem am 18. August mehr als 400 Immenstädter folgten.
Ehrenamtliche Zusammenarbeit von Buddhisten aus aller Welt
Der Kurs wurde von rund 200 Buddhisten aus aller Welt ehrenamtlich vorbereitet und organisiert. Seit Januar hatten Mitarbeiter aus
Deutschland, Polen, Russland, den USA und vielen anderen Ländern umfangreiche Erdbau- und Renovierungsarbeiten, den Aufbau von mehr als 4000 Quadratmetern Zeltfläche, die Besucherregistrierung
und
-verpflegung, Kinderbetreuungsangebote und den An- und Abtransport der Teilnehmer sowie ein weltweites Video-Streaming per Internet auf die Beine gestellt. Während des Kurses vermittelte eine
Jobbörse pro Tag bis zu 470 ehrenamtliche Jobs an die Besucher, davon allein 300 in der ebenfalls ehrenamtlich betriebenen Großküche.
Sensibilität in Umweltfragen
Die Kursorganisatoren hatten großen Wert auf die Belange des Landschafts- und Umweltschutzes gelegt. So wurden für die Veranstaltungszelte und das Campinggelände ausschließlich Wiesen verwendet, die das Jahr über landwirtschaftlich genutzt werden. Schutzbedürftige Flächen wurden hingegen von der Nutzung ausgenommen und abgesperrt. Für den An- und Abtransport der Teilnehmer organisierten die Buddhisten einen Bus-Service, um die Verkehrsbelastung rund um den Alpsee zu reduzieren. Die Veranstaltungszelte werden unmittelbar nach Ende des Kurses wieder abgebaut, so dass sich die Grasnarbe zügig erholen kann.
Offen für die Bevölkerung
Die Buddhisten auf Gut Hochreute legen großen Wert darauf, das Zentrum auch für die allgemeine Bevölkerung zu öffnen. So bleibt das
gesamte Gelände mit seinen Wanderwegen das ganze Jahr über – auch während der Kurstage – zugänglich. Kulturelle Veranstaltungen, darunter Kammerkonzerte und Ausstellungen, laden mehrmals im Jahr
zum Besuch des Gutshofes ein. Darüber hinaus kann die Bevölkerung einen der Salonräume des 1911 im Jugendstil erbauten Hauptgebäudes für standesamtliche Hochzeiten nutzen. Jeden Donnerstag um 20
Uhr können Interessierte an einem Einführungsvortrag in den Buddhismus und an einer geleiteten Meditation teilnehmen.
Öffentlicher Kontakt:
Buddhistisches Europazentrum Gut Hochreute, Hochreute 1, 87509 Immenstadt
TELEFON: 08323 9868740